Die Schönheit des Scheiterns

            Zu Beginn des letzten Jahres habe ich mir selbst Geschenke gemacht. Ein Journal, in das ich fünf Jahre lang jeden Tag ein paar wenige Zeilen schreiben kann und ein Notizbuch für gelesene Bücher. Das Notizbuch füllt sich langsam, aber stetig. Am 5-Jahresplan hingegen bin ich grandios gescheitert. Die letzten […]

  Die Quellen des Entzückens auf dieser Erde sind unerschöpflich. Alle Häßlichkeit, alle Dummheit, aller Gestank, die sich angesammelt haben, ändern nichts daran: Das Licht dringt durch den kleinsten Spalt herein. Und wenn man daran zweifelt, gibt es zwei Möglichkeiten, sich davon zu überzeugen: das Tao-Te-King und Richard Brautigan. Philippe Djian, In der Kreide Im […]

Winterspuren

  (29.02.16) Der Schnee ist zurückgekommen. Und mit ihm eine graue, schon etwas kraftlos gewordene Kälte. Heute, beim Einbiegen auf den einsamen verschneiten Weg in den Park, eingehüllt in einen Mantel aus kleinen stoischen Flocken aus Eis, hatte ich plötzlich dieses DDR-Gefühl. Ich nenne es einfach so, weil ich nicht weiß, wie ich es sonst […]

Kommet, ihr Hirten

Wenn sich in diesen Tagen ein Ohrwurm einnistet bei mir, handelt es sich, wie man wohl vermuten darf, um ein Weihnachtslied. Lasst uns froh und munter sein ist aktuell das Lieblingslied meines Sohnes. Kommet, ihr Hirten kannte ich bis vor wenigen Jahren nicht. Dafür hat es in der kurzen Zeit erstaunliche Hitqualitäten entwickelt. Maria durch […]

Ein Name ohne Gedicht

Immer wieder bin ich überrascht, zu welchen Fehlleistungen mein Hirn fähig ist. Ich habe Richard Brautigan vergessen. Trotzdem ich mich vor ein paar Jahren in einen schmalen Gedichtband von ihm verliebt habe, der noch in meinem Besitz ist. Und wenn ich vergessen sage, dann meine ich nicht ein einfaches nicht-mehr-daran-denken, ich rede davon, daß ich für eine […]

Annäherung als Strategie

Mir fehlen ein wenig die Worte, was sich an dieser Stelle nicht verbergen läßt. Tagtäglich prasseln Informationen, Meinungen, Befindlichkeiten und Polemiken auf mich ein in einer Geschwindigkeit, der ich mich kaum gewachsen fühle. Es gibt so viele Fragen. Ich will verstehen und ich mißtraue einfachen Antworten zutiefst. Ich habe so viel gelesen, so viel gehört […]

Worte mit Flügeln

Ich bin ein skeptischer Mensch. Man erkennt es an der senkrechten Falte auf meiner Stirn, kurz über der Nasen- wurzel, die sich durch häufiges Augenbrauen- zusammenziehen dort manifestiert hat. Ich arbeite daran, dieses Erscheinungsbild durch Lachfältchen zu relativieren. Der Schatten, über den ich dabei springen muss, ist nur oft recht lang. Ich bin aus genannten Gründen […]

Kleine Pause, große Vorfreude

Das Meer schon fast in Sichtweite fühlend, möchte ich das Hinterlassen einer „kleinen“ Notiz hier nicht versäumen: Ich bin kurz weg und komme wieder. Das ist sicher.   Es fällt mir in diesem Jahr nicht so schwer, das Wiederkommen. Weimar erwartet mich mit dem Beginn des Kunstfestes. Im letzten Jahr hatte ich Feuer gefangen bei She She Pop, die […]

Vom Philosophieren

Letztes Jahr hatte ich das Privileg, eine Woche in einer Wohnung zu verbringen, die den direkten Blick auf das Meer freigab. Ich konnte von oben schauen. Kein dicht bevölkerter Strand lenkte ab, den gab es dort nicht. Das Meer kreuzende Fähren und kleine Segelboote gaben der Zeit den Takt. Das Meer, das Wetter, die Vögel, Schiffe […]

Distanzgemindert

Zu Beginn dieser Woche habe ich Christian Petzolds Film Barbara gesehen. Auf großer Leinwand. Er ist nicht ganz neu, ich weiß. Aber die Gelegenheit ergab sich und ich war sehr froh darüber, ihn ein zweites Mal sehen zu können. Ich bin in der DDR aufgewachsen. Filme wie Barbara ziehen mich magisch an. Wenige sind wirklich gut. Dieser […]