Das musikalische Fotoalbum #5

Wolken

 

 

 

 

 

 

 

Alin Coen, Wolken

Irgendwann in 2008. Eine Stadt voll von Musik. Da ist diese Kneipe gleich um die Ecke. Dort geht man hin auf dem Weg von irgendwas, auf dem Weg nach irgendwo. Ganz egal. Wenn man da ist, ist man da. So schnell kommt man nicht wieder weg. Manchmal gibt es Musik hautnah. Kleine Konzerte auf engstem Raum. Dafür müssen Stühle und Tische beiseite geschoben werden. Ein Parcour aus Menschen im Hauseingang zeigt den Weg. Drinnen ist die Luft schon lange nicht mehr zum Atmen da. Und da ist dieses Lied. Scheinbar so leicht wie sein Titel, weil die Stimme so sanft ist und die Töne so rasch verklungen. Der Irrtum offenbart sich zugleich. So wenige Worte. So groß die Faszination. Fortan trage ich Gepäck mit mir. Keine Last, mehr ein besonders schöner Stein, ein Kleinod, in die Hosentasche geschoben als Erinnerung. Der Weg nach Hause braucht nur zwei Ecken und dauert doch eine Ewigkeit. Es sind Ecken zum Rumstehen und zum Verabschieden der Freunde der Nacht.

Ich habe kein Gefühl mehr dafür, ob es kalt war oder warm, ob Regen fiel oder Wolken den Nachthimmel durchzogen. Das Lied hat mich lange begleitet, ob am Tag, in der Nacht, bei Sonne oder unter Sternen. Auf meinem Balkon um zwei Ecken konnte ich in Sommernächten das Klicken der Kugeln aus dem Billardraum hören. Und ich freute mich wie ein Kind, das beim Einschlafen durch den Spalt der offen gelassenen Tür von den Stimmen der Eltern umspült wird.

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