Wie nächtliche Schatten

IMG_0919Meine besten Texte entstehen im Bett. Niemand wird sie je lesen. Auch ich nicht. Ich liege auf dem Rücken, starre in die Luft und lasse den Gedanken freien Lauf. Sie formulieren sich fast von selbst. Sie überraschen mich mit ihrer Wohlgeformtheit. Sie ängstigen mich mit ihrer Flüchtigkeit. Stehe ich auf, um sie zu notieren, verjage ich sie. Verharre ich in meiner Position, um den Fluß nicht zu unterbrechen, kann ich sie auch nicht halten. Aussprechen hilft nicht. Sie mögen es leise. Ich wünsche mir so oft eine Gedankenaufzeichnungsmaschine, ein kleines Ding, das den Strom aufnimmt, das in der Lage ist, verlustlos zu speichern im Moment des Entstehens. Ja, das wünsche ich mir. Und im nächsten Augenblick weiß ich doch: Es bleibet dabei, die Gedanken sind frei. Das ist gut so. Für immer. Hoffentlich.

2 Gedanken zu „Wie nächtliche Schatten

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